FAQ – KinderHelden – Mentoring macht stark!

für Ehrenamtliche (Mentoren²)

Wer sind die KinderHelden, kurz in zwei Sätzen?

KinderHelden ist ein erfolgreiches Mentoring-Programm, welches Kindern mit erschwerten Startbedingungen frühzeitig bessere Bildungschancen eröffnen möchte. Ehrenamtliche Erwachsene unterstützen Grundschulkinder für mindestens ein Schuljahr in regelmäßigen 1:1 Treffen. Die Kinder werden somit individuell und gezielt gefördert und erfolgreiche Bildungs-Übergänge ermöglicht.

Vision

Wir möchten Kindern mit schwierigen Startbedingungen frühzeitig und damit präventiv eine individuelle Unterstützung vor Ort bieten. Wir wünschen uns, dass Sie ihre Potentiale spielerisch, mit Freude und ohne Leistungsdruck entdecken können, sich in einer zunehmend komplexer werdenden Welt gut zurechtfinden und sich integrieren können. Unsere Mentoring-Programme bieten Kindern dafür eine Förderung mit Herz von  Anfang an.

Unser Ziel

Gerade Kinder mit schwierigen Startbedingungen benötigen frühzeitig in besonderem Maße individuelle Unterstützung und verlässliche Begleitung. Mit diesem präventiven Ansatz fördern wir Integration, Chancengerechtigkeit, soziale Kompetenzen und die Resilienz der Kinder. Unsere Mentoring-Programme bieten folgende Förderschwerpunkte – individuell zugeschnitten auf jedes Kind:

  • Schulische Unterstützung – in Abstimmung mit der jeweiligen Schule und mit kommunaler Einbindung sowie lokaler Vernetzung
  • Attraktive und sinnvolle Freizeitangebote mit den Schwerpunkten: Kultur, Sport, ….
  • Erste Einblicke in andere Lebens- und Arbeitswelten (Horizonterweiterung)
  • Stärkung des Selbstvertrauens/Selbstbewusstseins
  • Stärken der Kinder fördern
  • Lern- und Arbeitsverhalten verbessern

Was ist ein Mentor/eine Mentorin?

Ein erfahrener Mensch, der sich um einen weniger erfahrenen kümmert. Als Vorbild und großer Freund (ab 16 Jahren) werden Mentoren zu einer zentralen Figur im Leben ihres Schützlings.

Sie motivieren oder geben Rat und haben ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme.

Mentoren unterstützen das Kind bedarfsgerecht, um Orientierung zu geben und sorgen für eine gute Balance zwischen Lern- und sinnvoller Freizeitförderung.

Neben Eltern und Lehrern sind Mentoren zusätzliche Ansprechpersonen für Kinder, denen die ungeteilte Aufmerksamkeit häufig fehlt. Von der gemeinsamen Zeit profitieren beide Seiten. Der Mentor wächst mit seiner Aufgabe, der Schützling bekommt eine Lernunterstützung, neue Anregungen und Anerkennung.

Wie finden sich die Tandems zusammen?

Siehe jeweilige Projektbeschreibung:

Was passiert nach dem Projektende? Muss man sich dann trennen?

Die Tandems verbringen alle ein oder zwei Wochen einige Stunden miteinander. Jedes „Tandem“ aus Kind und Erwachsenem besteht mindestens ein Schuljahr lang. Nach Projektende kann das Tandem seine gemeinsame Zeit im Rahmen des Freizeit-Mentorings verlängern, wenn es alle Beteiligten wünschen. Es ist erwiesen, dass die positive Wirkung von Mentoring umso größer ist, je länger sich ein Tandem trifft.

Richtet das bei Kindern nicht mehr Schaden an, wenn man sich nach einem Jahr trennt?

Das ist ein Prozess, der von uns gut vorbereitet und sorgfältig moderiert wird. Kinder lernen dabei auch, mit Abschied umzugehen. Wichtig ist, dass keine Enttäuschung zurückbleibt, sondern die Erinnerung an eine schöne Zeit.

Wen haben Sie als Mentoren im Blick?

Junge Menschen ab 16 Jahren (kann projektabhängig unterschiedlich sein) und Erwachsene, die unser Aufnahmeverfahren erfolgreich durchlaufen haben, können Mentor oder Mentorin werden – egal, ob er/sie selbst Kinder hat oder nicht. Berufstätige können ebenso Mentoren sein wie Senioren, Studenten oder Hausfrauen.

Von unseren erfahrenen Mitarbeitern werden die Mentoren sorgfältig ausgesucht und auf ihre neue Rolle vorbereitet, so dass sichergestellt ist, dass das Kind optimal von seinem Mentor profitieren wird.

Welche Eigenschaften sollen Mentoren mitbringen?

Mentoren sollten Offenheit und Verantwortungsbewusstsein sowie Konfliktfähigkeit mitbringen.  Sie sollten natürlich Freude am Umgang mit Kindern haben, um diese schulisch und in der Freizeit zu fördern.

Und wie sollten sie nicht sein?

Sie sollten nicht emotional bedürftiger sein als das Kind, sondern etwas geben können. Ungeduld und Intoleranz wären ebenfalls schlechte Voraussetzungen.

Warum engagieren sich Mentoren ehrenamtlich?

Manche engagieren sich, weil sie selbst in ihrer Kindheit erlebt haben, wie wichtig es war, dass jemand sie unterstützt hat. Andere melden sich, weil sie gern etwas für ein Kind in ihrer Region tun möchten und somit ihr Wissen weitergeben können. Noch andere möchten Mentor werden, weil sie selbst keine Kinder haben oder die Kinder schon aus dem Haus sind, sie aber gern mit jungen Menschen in Kontakt sind.

Wer ist Ihre Kernzielgruppe bei den Kindern?

Das Programm ist offen für alle Kinder zwischen 6 und 12 Jahren am kritischen Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Natürlich sollen vor allem die Kinder einen Mentor bekommen, die in besonderem Maße einen zusätzlichen Ansprechpartner benötigen. Wir arbeiten dazu eng mit Schulen zusammen. Lehrer wissen in der Regel sofort, welches Kind aus ihrer Klasse von einem Mentor profitieren würde und melden das Kind mit Zustimmung der Eltern an.

Könnten Sie das etwas genauer sagen?

Es sind Kinder in schwierigen Lebenssituationen. Da gibt es zum Beispiel den Sohn einer allein erziehenden Mutter, der in den ersten Jahren seines Lebens – zu Hause, im Kindergarten und in der Grundschule – fast nur Frauen begegnet. Oder die Tochter aus einer Migrantenfamilie, deren Eltern möchten, dass sie Kontakt zu einer deutschen Mentorin hat, die ihr hilft, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und sich hier besser in die Gesellschaft zu integrieren. Oder den Jungen mit einem schwer kranken Geschwisterkind, der sich einfach jemanden wünscht, der ein offenes Ohr für ihn hat und ihn beim Lernen individuell unterstützen kann.

Versagen da nicht die Eltern?

Nein. Eltern, die ihre Kinder bei KinderHelden anmelden, ermöglichen ihnen eine ganz besondere Form der Förderung. Es gibt viele unterschiedliche Gründe, weshalb die Kinder zusätzliche Unterstützung benötigen, die oftmals nicht von den Eltern allein zu lösen sind (s.o.).

Müsste man nicht eher die Eltern erziehen/die Haltung der Eltern verändern?

Es gibt Beratungsangebote anderer Organisationen speziell für Eltern. Unser Konzept ist, dass wir Kinder durch einen zusätzlichen Ansprechpartner fördern. Wie sagt ein altes Sprichwort: „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“. Heute aber leben oft nicht einmal  Familienangehörige in der Nähe.

Haben die Eltern nichts dagegen, dass sich ein Dritter um ihr Kind kümmert?

Die Eltern, die ihr Kind über die Lehrkräfte bei uns anmelden, sind sich bewusst, dass ein Mentor als weiterer Ansprechpartner, oft aus einem ganz anderen Lebensumfeld, eine Bereicherung für ihr Kind ist. Sie schätzen das weitere Angebot im erweiterten schulischen Rahmen.

Was unterscheidet KinderHelden von anderen Mentoring-Programmen?

Wir haben sehr hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Für die Mentoren gibt es ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren und Schulungen. Die Tandems aus Mentor und Kind werden sorgfältig zusammengestellt und nach dem ersten Treffen nicht allein gelassen, sondern während der gesamten Mentoring-Dauer von erfahrenen Mitarbeitern professionell unterstützt.

Warum vermitteln sie überwiegend gleichgeschlechtliche Tandems?

Mentoren sind auch Rollenvorbilder für Kinder, deshalb bekommen bei uns in der Regel Jungen einen Mentor und Mädchen immer eine Mentorin. Wir prüfen individuell welchen Bedarf die Kinder haben und vermitteln passende Mentoren.

Bei Nachfragen, warum ein Mädchen keinen Mentor bekommt:

Natürlich ist das auch eine Frage der Sicherheit.

Holt man die Kinder nicht punktuell in eine andere Welt und stößt sie dann wieder in ihre zurück?

KinderHelden stellt die individuelle Lernförderung und das soziale Lernen in den Vordergrund. Die Mentoren vermitteln den Spaß am Lernen und stärken das Selbstvertrauen der betreuten Kinder durch Aufmerksamkeit, Anregung, Anerkennung und Wertschätzung. Ohne erhobenen Zeigefinger leben Mentoren ganz einfach vor, wie wichtig es ist, die Schule zu beenden und eine qualifizierte Ausbildung zu machen. Menschen mit Erfahrungen – mitten im Leben stehend – stärken Jüngere.

Ziel ist es, Kinder darin zu unterstützen, sich zu verantwortungsbewussten Persönlichkeiten zu entwickeln, ihre Bildungschancen zu erhöhen und ihre soziale Kompetenz zu erweitern. Dies wird den Kindern helfen, ihr Leben zukünftig in die Hand nehmen zu können.

Gibt es eine Aufwandsentschädigung für Mentoren?

Für das Engagement als Mentor können wir als gemeinnütziger Träger keine Aufwandsentschädigung auszahlen. Die Aktivitäten mit den Kindern sollten möglichst nichts oder nur wenig kosten. Es geht vor allem darum, gemeinsam verbrachte Zeit zu schenken.

Soviel Aufwand dafür, dass sich ein Mentor ein paar Stunden im Monat mit einem Kind trifft – bringt das überhaupt etwas?

Ja, das lohnt sich unbedingt. Für das Kind ist es eine wertvolle Erfahrung, einen großen Freund zu haben. Das Kind gewinnt durch diese Wertschätzung und Aufmerksamkeit an Selbstvertrauen. Welche vielfältigen positiven Auswirkungen dies auf Sozialverhalten und Lernfreude hat, zeigen diverse Studien und Erfahrungsberichte. Eine Studie aus den USA zeigt, dass Kinder mit Mentoren mehr Spaß am Lernen haben und lieber zur Schule gehen als vorher. Mentoren helfen Kindern langfristig, ihr Potenzial zu entfalten.

Viele blühen auf, wenn ihnen jemand das Gefühl gibt, dass sie etwas können. Wenn jemand sagt: „Du schaffst das“ ist das häufig eine selbst erfüllende Prophezeiung.

Könnten ausgebildete Sozialarbeiter das nicht besser? Ehrenamtliche übernehmen hier doch schon wieder Aufgaben, die eigentlich der Staat erfüllen müsste.

Es ist sicher richtig, dass in bestimmten Fällen professionelle Unterstützung notwendig ist. Bei uns geht es nicht um die ganz schwierigen Fälle, auch nicht um die Kinder, die schon alles haben, sondern um die Kinder in der Mitte, bei denen sich in diesen Jahren entscheidet, welchen Weg sie gehen. Ein Mentor schenkt ihnen freiwillig Zeit, lernt mit ihnen und ist ein großer Freund für sie. Gerade in der Ehrenamtlichkeit und der damit verbundenen ungeteilten Aufmerksamkeit liegt für diese Kinder eine große Chance.

Können Kinder teilnehmen, die in erster Linie therapeutische Hilfe benötigen?

Unsere Mentoren sind ehrenamtlich engagierte Menschen, keine professionellen Therapeuten. Daher können Kinder, die in erster Linie professionelle Hilfe brauchen, leider nicht am Programm teilnehmen.

Wer garantiert mir, dass ich zum Kind passe bzw. dass das Kind mich als Mentor akzeptiert? Und wie lange dauert die Vermittlung?

Das von uns sog. Matching, also die Zusammenstellung der Tandems aus Mentor und Schützling beruht auf einem sorgfältigen Qualitätsprozess, den wir mit großer Sorgfalt durchführen. Dabei wird u.a. darauf geachtet, dass die Tandems sich an einem gemeinsamen Ort treffen können und von ihren Interessen und ihrer Persönlichkeit her gut zueinander passen. Anhand eines Bildungsplanes erfassen wir den Unterstützungsbedarf des Kindes und vermitteln einen passenden Mentor, der das Kind gut unterstützen kann. Deshalb kann es auch schon mal etwas länger dauern, bis wir einem Kind einen Mentor vermitteln können / einem Mentor ein Kind vermitteln können. Dabei beruht jedes Tandem auf Freiwilligkeit, d.h. Eltern, Kind und Mentor müssen gleichermaßen zustimmen (und können im Bedarfsfall natürlich das Tandem auch wieder lösen).

Bei Nachfragen, falls die Zusammenstellung nicht passt:

Das nehmen wir sehr ernst. Wenn es hakt, versuchen wir gemeinsam herauszufinden, woran es liegt. Wenn es dann immer noch nicht geht, würden wir ein Tandem auch wieder auflösen. Es gibt selbstverständlichen keinen Zwang.

² Bei allen Bezeichnungen, die auf Personen bezogen sind, meint die gewählte Formulierung beide Geschlechter, auch wenn aus Gründen der leichteren Lesbarkeit die männliche Form steht.